Relais de la Mémoire
Unsere Reise nach Paris begann am 17. März, als wir gegen 12 Uhr vom Prager Flughafen abhoben. Alles verlief reibungslos, sodass wir uns gleich nach der Ankunft im Hotel aufmachten, die Stadt zu erkunden. Unser erster Weg führte uns direkt zum Eiffelturm, wo wir die Möglichkeit hatten, bis ganz nach oben zu fahren.
Am nächsten Tag hatten wir ein sehr volles Programm, das bereits am Morgen mit dem Besuch des Musée d’Orsay begann. Dort konnten wir Werke von Künstlern wie Vincent van Gogh oder Claude Monet bewundern. Da uns das Wetter wohlgesinnt war, machten wir uns anschließend auf den Weg ins Viertel Montmartre und setzten uns auf die Treppen vor der Basilika Sacré-Cœur. Die letzte Station war das Musée de l’Orangerie, wo wir erneut die Sammlung von Claude Monet sowie Werke weiterer bedeutender Künstler betrachten konnten. Zum Abschluss des Tages war der Transfer zu den Gastfamilien geplant, die uns an der Schule abholten und herzlich bei sich zu Hause willkommen hießen.
Der Donnerstag war der erste richtige Tag des Relais de la Mémoire. Zunächst wurden wir vom Direktor des Gymnasiums Molière und von der Direktorin der Relais-Assoziation begrüßt, die uns kurz ihre Geschichte vorstellte. Gleich danach begannen die ersten Delegationen mit der Präsentation ihrer Projekte. Nach einer kurzen Pause fand ein Icebreaking statt, gefolgt von weiteren Projekten, bei denen unsere Delegation ihren Kurzfilm darüber präsentierte, wie sich Geschichte wiederholt.
Nach dem Mittagessen wurden wir in Gruppen eingeteilt und an runde Tische geschickt, wo wir Geschichten von Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt hörten. Damit uns nichts entging, stellte anschließend jede Gruppe vor, was sie von ihrer jeweiligen Persönlichkeit erfahren hatte. Zum Abschluss des Tages hörten wir vom Chor des Gymnasiums Molière eine besondere Aufführung verschiedener Gedichte von Yvette Farnoux, einer der Gründerinnen des Relais de la Mémoire, bevor wir zu unseren Gastfamilien zurückkehrten.
Am Freitag machten wir uns in die Stadt auf. Zuerst besuchten wir die Kathedrale Notre-Dame und gingen anschließend hinunter zum Mémorial des Martyrs de la Déportation, wo wir mit der Architektur und Symbolik dieses Denkmals vertraut gemacht wurden. Im Garten des Denkmals sangen wir dann das Lied „Chant des Marais“ während einer feierlichen Kranzniederlegung zum Gedenken an die Opfer.
Vor dem Mittagessen führten uns die Schüler des Gymnasiums in Vincennes noch durch den historisch bedeutenden Teil von Paris namens Marais, bevor wir eine Mittagspause einlegten und ein Picknick machten. Nach dem Mittagessen im Park besuchten wir noch einen Friedhof mit Denkmälern für Deportierte und erfuhren zu allen vierzehn etwas. Anschließend wurden wir wieder in Gruppen eingeteilt, und jede Gruppe bekam ein Denkmal zur genaueren Untersuchung. Nachdem wir unsere Erkenntnisse notiert hatten, bekamen wir Freizeit. Die Junioren gingen dann ihren eigenen Weg, oft auch in größeren Gruppen, und verbrachten noch etwas Zeit miteinander, bevor sie nach Hause zurückkehrten.
Der letzte Tag des Relais de la Mémoire fand an der zweiten Gastschule, dem Lycée Notre-Dame in Vincennes, statt. Dadurch hatten wir die Möglichkeit, einen weiteren Teil von Paris kennenzulernen. Der Tag begann angenehm – mit vorbereitetem Frühstück, Kaffee und einer Rede der Schulleiterin Mme Haies.
Gemeinsam mit den anderen Junioren wählten wir ein neues Thema für das nächste Jahr und die weiteren Teilnehmer: „Das Verschwinden der Zeitzeugen“. Schon jetzt freuen wir uns auf das Herbst-Relais, bei dem wir uns diesem Thema bei uns in Prag widmen werden.
Ein Klavierkonzert der amerikanischen Pianistin Catherine Kautsky versetzte uns in eine Welt der Fantasie und schenkte uns einen Moment der Ruhe. Es folgte ein hervorragendes Mittagessen, bei dem die lokalen Köche wirklich glänzten.
Ein weiterer Programmpunkt waren künstlerische Workshops: Videojournalismus, Zeichnen, klassisches Theater, Tanz sowie die Herstellung von Pins. Währenddessen hatten wir die Möglichkeit, uns besser kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Zum Abschluss präsentierten wir uns gegenseitig unsere Ergebnisse, was sehr inspirierend war. Den Tag beendeten wir mit einer gemeinsamen Party!
Dann kam der Abschied von neuen und alten Freunden und die Rückkehr zu unseren Gastfamilien. Am nächsten Tag packten wir unsere Sachen und flogen zurück nach Prag.
Zum Schluss nehmen wir aus diesem Treffen nicht nur viele Erlebnisse mit, sondern auch neue Freundschaften, Inspiration und die Motivation, in dem weiterzumachen, was wir gemeinsam begonnen haben. Schon jetzt können wir es kaum erwarten, uns wiederzusehen, dieses Mal in Prag.
















